Burnoutsyndrom - Dauerstress

Wenn der Höhepunkt der Anspannung erreicht ist, verlieren wir schnell die Kontrolle und reagieren schon auf kleinste Reize sehr emotional. Das hat mit der Synapsenblockade zu tun, die ich schon im Post “Was ist Stress” angesprochen hatte.
Genau dieselben Mechanismen wie vor 10.000 Jahren, laufen auch heute noch in unserem Gehirn ab – nur die Stress-Situationen haben sich drastisch verändert. Heute ist es eben nicht mehr der Bär oder der Tiger, der in uns den Stressreflex auslöst, heute sind es die Kollegen, der Chef, der Partner, die Kinder, andere Autofahrer etc.

Da wir aber gelernt haben uns “gesellschaftkonform” zu verhalten, unterdrücken wir das entstehende Reaktionsmuster und halten die Kampf – und Fluchtimpulse zurück – was uns eine Menge Energie kostet.

Wer kann es sich schon erlauben, seinem Chef an die Gurgel zu gehen oder ihm den ganzen Krempel einfach hinzuschmeissen? Neben den ganzen körperlichen Reaktionen entsteht dadurch zusätzlich massiver innerer Druck!

Stuft unser Stamm- oder Reptiliengehirn eine Vielzahl an Situationen des Alltags als gefährlich ein, führt das zu einem dauerhaft erhöhten Blutdruck, erhöhtem Fett- und Zuckergehalt und einer reduzierten Aktivität unseres Immunsystems. Genau diese Punkte sind die bekannten Risikofaktoren für die Arteriosklerose mit der Gefahr eines Herzinfarktes.

Durch den erhöhten Zuckergehalt im Blut wird die Bauchspeicheldrüse vermehrt beansprucht. Wird die Nebenniere über einen längeren Zeitraum ständig über die Hypophyse stimuliert, ist damit auch die Cortisol-Produktion dauerhaft erhöht. Cortisol ist mit eine der Hauptfaktoren für die chronischen Stresserkrankungen, denn die Cortisolausschüttung sorgt für eine dauerhafte Reduzierung der Immunabwehr.

Kommen dann noch weitere Risikofaktoren wie Rauchen, fett- und zuckerreiche Ernährung und Bewegungsmangel hinzu, steigt das Risiko einer koronaren Herzerkrankung nach neuesten Erkenntnissen mit jedem weiteren Faktor nicht linear, sondern zum Quadrat (x²) an.

Zusammenfassung:

Die Gefahr einer Stresserkrankung bis hin zum Burnoutsyndrom besteht immer dann, wenn sich die Stress-Situationen häufen und wir keine Zeit und Möglichkeit haben, die angestaute Energie in unserem Körper durch Sport, Entspannung etc. wieder abzubauen.

Die Stress-Reaktion selbst ist ein natürlicher Vorgang, die über Jahrtausende hinweg unser Überleben gesichert hat. Wirken die sogenannten Stressoren allerdings unablässig auf uns ein und kommt dazu die “Stress-Persönlichkeit”, ist der Weg in das Burnoutsyndrom vorgezeichnet.

Was alles an Stressoren auf uns einwirkt – dazu mehr im nächsten Post…


Foto von © Rolf_van_Melis / PIXELIO.de