Was genau passiert in unserem Körper, wenn das Stress-Reiz-Reaktionsschema ausgelöst wird?

Das ganze läuft folgendermassen ab:
Bei Stress wird ein Reiz in unserem Gehirn als Gefahr wahrgenommen, der den Organismus innerhalb von Sekundenbruchteilen auf Hochtouren bringt. Im ersten Schritt wird das sogenannte autonome Nervensystem (Sympatikus und Parasympatikus) aktiviert.
Der Sympathikus sendet einen Botenstoff an die Nebennieren ( die Nebennieren sind hormonproduzierende Drüsen, die oberhalb der Nieren sitzen und deshalb auch so bezeichnet werden), die daraufhin die “Neurotransmitter Adrenalin und Noradrenalin” ausschütten. Diese Neurotransmitter breiten sich blitzschnell im Körper aus und lösen jetzt folgende Reaktionen aus:

Über den Sympatikus werden in Stress-Situationen folgende Reaktionen aktiviert:

  • Das Herz schlägt schneller,
  • der Blutdruck steigt an,
  • Zucker- und Fettreserven im Körper mobilisiert
  • Die Pupillen weiten sich
  • Die Muskeln werden stärker durchblutet und mit Sauerstoff versorgt – der Blutfluss wird auf die inneren Organe konzentriert
  • Hände und Füße werden schlechter durchblutet,
  • Blässe im Gesicht
  • Die Atmung wird schneller und tiefer mit dem Ziel, die Sauerstoffversorgung zu erhöhen
  • Es kommt zum Schweißausbruch
  • Die Schulter- und Nackenmuskulatur verspannt sich, da reflexartig die Schultern hochgezogen werden, um den Nacken zu schützen

Der Parasympatikus drosselt in Stress-Situationen folgende Reaktionen:

  • Schließmuskel von Darm und Blase werden mehr oder weniger inaktiviert (Ballast loslassen, um die Flucht zu erleichtern – Kinder machen vor Angst in die Hose…)
  • Verdauung wir inaktiviert

Kurze Zeit später wird im Hypothalamus (das ist sozusagen die “Chefhormondrüse” des Körpers) das Hormon CRH (Corticotropin Releasing Hormon) ausgeschüttet, das wiederum das ACTH (Adenocorticotropes Hormon) stimuliert.

Das ACTH sorgt in der Nebenniere für die Ausschüttung von Kortisol (das kennen Sie sicher als Cortison). Das Kortisol senkt bei Stress das Schmerzempfinden, unterdrückt die Immunabwehr, wirkt entzündungshemmend und steigert die Blutgerinnung, damit bei Verletzungen das Blut schneller zum Stillstand kommt.

Wie entwickelt sich Dauerstress bis hin zum Burnoutsyndrom – dazu mehr im nächsten Post…