Wenn wir mit neuen Situationen konfrontiert werden, durchlaufen wir bestimmte Stadien (angelehnt an Kübler-Ross). Wir werden zum Beispiel mit der Diagnose Burnout oder einer Nachricht konfrontiert, die von uns eine deutliche Neuorientierung fordert. Dazu gehören auch lebensbedrohliche Erkrankungen. Dies löst eine Reihe von Veränderungsstadien aus, die – je nach Persönlichkeit – unterschiedlich stark wahrgenommen werden.

Veränderungsstadien:

  • Schock oder Kaltstart
  • Sturm der Emotionen
  • Analytische Akzeptanz
  • Depression, Trauer, Schmerz
  • Akzeptanz

Schock oder Kaltstart:

In dieser ersten Phase werden wir also mit Situationen konfrontiert, die wir so in keinster Weise erwartet haben. Bisher ist alles gut gelaufen, wir haben uns arrangiert und jetzt kommt zum Beispiel plötzlich die Aussage des Arztes “Burnout“. Der entwicklungsgeschichtliche älteste Gehirnteil, das Stammhirn entscheidet während dieser Schockphase, ob es mit Flucht oder Kampf reagiert. Immer wenn eine neue Situation auftaucht, die unsere bisherige Lebensstrategie in Frage stellt, werden wir unsicher und haben das Gefühl, die Kontrolle über die Situation zu verlieren. Dahinter steckt die Urangst, das Gesetz des Handelns könnte uns aus der Hand gleiten.

Der Sturm der Emotionen:

In der zweiten Phase erhöhen wir unseren Energieeinsatz, um die Situation wieder unter Kontrolle zu bekommen, nach dem Motto: “Verdammt noch mal, das muss doch auch so wie bisher funktionieren”. Wir setzen verstärkt Verhaltensweisen ein, die bisher immer gut funktioniert haben. Wenn wir damit nicht weiterkommen wechseln wir in das nächste Stadium.

Die analytische Akzeptanz:

“Ok, so geht das also nicht weiter, da muss ich mir was einfallen lassen” Vom Kopf her haben wir verstanden, dass wir auf diese Art und Weise nicht weiterkommen. Rein verstandesmäßig akzeptieren wir die Situation, sind aber in dieser Phase immer noch nicht wirklich für Veränderungen bereit, weil wir es noch nicht emotional akzeptiert haben. Bevor wir wirklich bereit für die notwendigen Veränderungen sind, müssen wir erst noch die nächste Phase durchlaufen

Depression, Trauer und Schmerz:

“Früher als ich noch absolut fit war, das waren noch Zeiten”. In dieser Phase akzeptieren trauern wir zuerst den alten Zeiten nach, bevor wir auch emotional akzeptieren, dass es so wie bisher nicht weitergeht. Diese emotionale Erkenntnis ist extrem wichtig, damit wir es schaffen, neue Ideen zu entwickeln und neue Wege zu gehen. In dieser Phase bleiben viele Menschen “hängen”. Sie schauen nur noch zurück, trauern den alten Zeiten nach und schaffen es nicht, sich von der Vergangenheit zu lösen und den Blick auf eine neue Zukunft zu richten. Erst wenn wir in der Lage sind, die Vergangenheit loszulassen, testen wir in dieser Phase neue Verhaltensweisen aus.

Akzeptanz:

“So läuft es eigentlich auch ganz gut”. In dieser letzen Phase haben wir neue Strategien entwickelt und können neue erfolgversprechende Verhaltensweisen einsetzen. Wir haben die Veränderungen sowohl vom Kopf als auch vom Bauch her akzeptiert und setzen Sie im Alltag um.

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