Stress-denker oder Lösungs-denker

Nach bisherigen Erkenntnissen, ist unser Denken auch in Stress-Situationen nichts anderes als ein ständiges internes Frage- und Antwortspiel. Das bedeutet, ihre Antworten werden gerade auch in Stress – Situationen nur so gut sein, wie die Fragen, die Sie sich selbst und anderen stellen.

Dazu eine kurze Geschichte:

Ein junger Mönch geht zu seinem Abt und fragt: „Vater, darf ich beim Beten rauchen“?  Der Abt antwortet ihm: „Bei einer heiligen Handlung wie dem Beten ist Rauchen grundsätzlich verboten“!  Der junge Mönch gibt sich damit zufrieden und geht in den Klostergarten  um zu beten. Dort trifft er auf einen alten Mönch, der Pfeife rauchend  mit dem Gebetbuch durch den Garten spaziert und meditiert.

Er geht zu dem Alten und sagt zu ihm: „Ich finde es nicht in Ordnung, dass du hier beim Beten rauchst. Ich habe gerade den Abt gefragt und mir hat er es verboten“ !

Der Alte lächelt ihn an und antwortet: „Ich habe den Abt gefragt, ob ich beim Rauchen beten darf und das hat er mir erlaubt“!

Darf ich beim Beten rauchen – oder darf ich beim Rauchen beten? Die Art und Weise der Fragen bestimmt immer die Art und Weise der Antworten – sowohl extern als auch intern!

Wenn Sie den Menschen in Ihrer Umgebung – also extern – die falschen Fragen stellen (magst Du das….…für mich tun?), dann bekommen Sie über die Antwort direktes Feedback, ob die Frage konstruktiv war (zu dem Ergebnis geführt hat, welches Sie erwarteten oder nicht).

Genauso wie wir extern Fragen an andere stellen, stellen wir uns auch intern selbst ständig bestimmte Fragen.

Vielleicht gehen Ihnen auch immer wieder ähnliche Fragen durch den Kopf?

•    Warum passiert das immer mir?

•    Warum komme ich mit meiner Zeit nicht klar?

•    Warum werde ich nie mit meiner Arbeit fertig?

•    Warum sind die Kids nur so unzuverlässig?

•    Warum schaffe ich es einfach nicht, mir mehr Zeit für mich zu nehmen?

Warum-Fragen sind vergangenheitsorientiert, suchen nach Schuldigen und wälzen damit die Verantwortung auf andere ab. Machen Sie sich bewusst, dass ihr Gehirn keine unbeantworteten Fragen akzeptiert – es sucht immer nach Antworten. Wenn Sie sich selbst ständig unpräzise, problemorientierte Fragen stellen, wird es ihnen die dazu passenden problemorientierten Antworten liefern. In der Regel sind das dann eben Schuldzuweisungen und Entschuldigungen. Damit gehen Sie in die Opferrolle – nach dem Motto: Schuld sind immer die anderen – an mir liegt es nicht.

Stellen Sie sich dagegen lösungsorientierte Fragen, wird Ihnen Ihr Gehirn konstruktive Antworten anbieten. Allerdings sollten Sie dann auch bereit sein, Verantwortung zu übernehmen.

Ein Beispiel zum problemorientierten Fragen:

•    Warum unterstützt mich mein Partner nie bei der Hausarbeit?

Diese Frage führt Sie in keinster Weise zu einer Lösung. Ihr Gehirn liefert Ihnen damit alle nur möglichen Gründe, warum es nicht so ist, bzw. nicht so geht. Anstatt nach Gründen zu suchen, warum es nicht geht,

könnten Sie sich folgende lösungsorientierte Fragen stellen:

•    Wie bringe ich meinem Partner bei, einen Teil der Arbeit zu übernehmen?

•    Wie packe ich das am besten an?

•    Für welche Bereiche könnte ich ihn noch am ehesten motivieren?

Wie-Fragen sind immer zukunftsorientiert und suchen generell nach Lösungsansätzen.

Machen Sie sich eines ganz klar bewusst!

Sie entscheiden in ihrem Kopf über den Blickwinkel, mit dem Sie die Welt betrachten und über die internen Fragen, die Sie entweder aufbauen oder deprimieren und Stress auslösen. Mit Ihrem ihrem inneren Dialog entscheiden sie über Stress und Burnout. Selbstverständlich wirken äußere Bedingungen auf uns ein – nur – es gibt Tausende von Wahlmöglichkeiten die Situationen des Lebens zu bewerten und damit ohne Stress seine Lebenszeit zu managen.

Aufgabe:

Schreiben Sie bitte mindestens 5 problemorientierte Fragen auf, die Ihnen immer wieder durch den Kopf gehen.

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Formulieren Sie zu jeder dieser problemorientierten Fragen mindestens 2 mögliche lösungsorientierte Fragen, wie im oben angeführten Beispiel und verändern Sie damit eine Ihrer Stress – Verhaltensmuster:

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