Das Leben geniessenDie Fähigkeit zur Selbstregulation und das Burnoutsyndrom

Dies bedeutet nichts anderes, als dass wir in der Lage sind zu erkennen was uns gut tut und vor allem dafür zu sorgen, dass diese Bedürfnisse auch realisiert werden. Aufgrund von Lernerfahrungen tun wir uns allerdings oft schwer, diesen gesunden Egoismus auch umzusetzen und zu leben.

Zwei Bereiche kommen dabei besonders zum tragen… die “Hemmung” und “die hilflose Erregung”.

Die Hemmung:
Von Hemmung sprechen wir immer dann, wenn Bedürfnisse unbefriedigt bzw. Antriebssysteme gelähmt sind, die mit Blick auf die Bereiche Stress und Burnout lebenswichtig sind. So zum Beispiel Bedürfnisse nach Entspannung, nach angenommen werden oder nach Wertschätzung durch wichtige Bezugspersonen.

Lähmung drückt sich häufig aus durch Apathie – man hat es aufgegeben aktiv etwas zum Besseren verändern zu wollen. Apathie resultiert auch häufig aus der Erwartung, die anderen müssten eigentlich meine Bedürfnisse erkennen und befriedigen, ohne dass wir selbst aktiv werden müssen (passive Erwartungshaltung).

Oder die Hemmung äußert sich in einem Harmonisierenwollen um jeden Preis. Man stellt die eigenen Bedürfnisse konstant zurück und versucht doch nach außen zu strahlen. Eine Vorgehensweise, die extrem viel Energie kostet, die dann für die Erfüllung der eigenen Bedürfnisse fehlt.
Ein weitere Variante ist die übertriebene, gegen sich selbst gerichtete Härte. Man gönnt sich keine Erholung, geht auch mit Fieber zur Arbeit ect.

Die hilflose Erregung:
Herrscht dagegen hilflose Erregung, sind Antriebe, die vitalen Bedürfnissen entsprechen dauerhaft aktiviert und ziellos. Die Betroffenen erregen sich leicht, sei es, wenn ihnen ein Auto die Vorfahrt nimmt, sei dies, wenn ihnen etwas mißlingt, wenn sie sich eingeengt und ungerecht behandelt fühlen. Die hilflose Erregung verhindert das zur Bedürfnisbefriedigung notwendige zielgerichtete Handeln. Menschen in hilfloser Erregung fühlen sich extrem fremdbestimmt, haben das Gefühl keinen oder wenig Einfluss auf das Leben, die Dinge oder die Umstände zu haben.

Positive Selbstregulation:
Positive Selbstregulation bedeutet, der Mensch lernt auf Dauer – und dabei sind die Worte „auf  Dauer“ zu unterstreichen – sich selbst zu beobachten, zu erkennen und zu unterscheiden was seinem Körper und seiner Psyche gut tut und was nicht. Mit dieser Fähigkeit ist ein abgleiten in das Burnoutsyndrom fast unmöglich…

Das schließt weitgehend jene Art von Wohlbefinden aus, die nur kurzfristig durch Genußmittel wie Nikotin und Alkohol erreicht, langfristig aber um den Preis von körperlichen und seelischen Schäden und Lebensbeeinträchtigungen erkauft werden.

Will ich als Mensch aus diesen begrenzenden Mustern aussteigen, ist dies nur möglich, wenn ich grundsätzlich bereit bin, in mir Lernprozesse anzustossen. Der Motor solcher Veränderungen ist generell die Eigenaktivität. Ganz allgemein gesprochen haben wir die Möglichkeit über vier Wege unser Verhalten zu verändern:

  • Wir können uns der Situation entziehen.
  • Wir können in anderer als der gewohnten Weise auf eine Situation reagieren und einwirken.
  • Wir können die Situation unter einer neuen Perspektive betrachten
  • Wir können alles beim Alten belassen und dadurch immer tiefer in Stressfalle geraten.

Natürlich stellt sich dabei die zentrale Frage, was Menschen zu dem jeweils notwendigen Engagement gegen das Burnoutsyndrom bewegen könnte. Dabei spielt Motivationsfaktor Lust  – Unlust eine wesentliche Rolle.

Dazu demnächst mehr…