Eine bestimmte Leistungsanforderung kann bei der betroffenen Person eine Stressreaktion hervorrufen, die längerfristig eindeutige gesundheitliche Störungen auslösen kann.
Allerdings handelt es sich dabei keineswegs um eine reflexartig ablaufende Reaktion, denn sonst würden nicht verschiedene Menschen auf dieselbe Anforderung sehr unterschiedlich reagieren.
Was den einen auf 180 bringt lässt den anderen total cool. Wo der eine massive Ängste vor dem Versagen in dieser Situation entwickelt, reagiert der Andere mit einem: “Jetzt erst recht”!
Das heißt also, ob wir eine Anforderung als Stress empfinden, hängt zu allererst von der jeweiligen subjektiven Bewertung ab. Die innere Stellungnahme (innerer Dialog) hat einen gewaltigen Einfluss darauf, ob und wie stark die neuronale Stressreaktion in unserem Körper ausfällt.
Die oben genannten Bewertungen erfolgen immer auf der Basis persönlicher Wertvorstellungen (z.B.: …die Menschen haben sich gefälligst so zu verhalten, wie ich das gerne hätte).
Des weiteren ist für das Auslösen einer Stressreaktion neben der Soll-Ist-Differenz die Einschätzung über die eigenen Möglichkeiten entscheidend.
Kann ich auf die Situation aus meiner Sicht Einfluss nehmen oder stehe ich ihr hilflos gegenüber?
Hier kommen auch so grundsätzliche Einstellungen zum Tragen wie…
Solche Grundhaltungen sorgen dann besonders in Stress-Situationen für ein Gefühl absoluter Hilflosigkeit und verstärken die Auswirkungen insgesamt.
Ich freue mich auf Ihre Kommentare….
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Stress-denker oder Lösungs-denker
Nach bisherigen Erkenntnissen, ist unser Denken auch in Stress-Situationen nichts anderes als ein ständiges internes Frage- und Antwortspiel. Das bedeutet, ihre Antworten werden gerade auch in Stress – Situationen nur so gut sein, wie die Fragen, die Sie sich selbst und anderen stellen.
Dazu eine kurze Geschichte:
Ein junger Mönch geht zu seinem Abt und fragt: „Vater, darf ich beim Beten rauchen“? Der Abt antwortet ihm: „Bei einer heiligen Handlung wie dem Beten ist Rauchen grundsätzlich verboten“! Der junge Mönch gibt sich damit zufrieden und geht in den Klostergarten um zu beten. Dort trifft er auf einen alten Mönch, der Pfeife rauchend mit dem Gebetbuch durch den Garten spaziert und meditiert.
Er geht zu dem Alten und sagt zu ihm: „Ich finde es nicht in Ordnung, dass du hier beim Beten rauchst. Ich habe gerade den Abt gefragt und mir hat er es verboten“ !
Der Alte lächelt ihn an und antwortet: „Ich habe den Abt gefragt, ob ich beim Rauchen beten darf und das hat er mir erlaubt“!
Darf ich beim Beten rauchen – oder darf ich beim Rauchen beten? Die Art und Weise der Fragen bestimmt immer die Art und Weise der Antworten – sowohl extern als auch intern!
Wenn Sie den Menschen in Ihrer Umgebung – also extern – die falschen Fragen stellen (magst Du das….…für mich tun?), dann bekommen Sie über die Antwort direktes Feedback, ob die Frage konstruktiv war (zu dem Ergebnis geführt hat, welches Sie erwarteten oder nicht).
Genauso wie wir extern Fragen an andere stellen, stellen wir uns auch intern selbst ständig bestimmte Fragen.
Vielleicht gehen Ihnen auch immer wieder ähnliche Fragen durch den Kopf?
• Warum passiert das immer mir?
• Warum komme ich mit meiner Zeit nicht klar?
• Warum werde ich nie mit meiner Arbeit fertig?
• Warum sind die Kids nur so unzuverlässig?
• Warum schaffe ich es einfach nicht, mir mehr Zeit für mich zu nehmen?
Warum-Fragen sind vergangenheitsorientiert, suchen nach Schuldigen und wälzen damit die Verantwortung auf andere ab. Machen Sie sich bewusst, dass ihr Gehirn keine unbeantworteten Fragen akzeptiert – es sucht immer nach Antworten. Wenn Sie sich selbst ständig unpräzise, problemorientierte Fragen stellen, wird es ihnen die dazu passenden problemorientierten Antworten liefern. In der Regel sind das dann eben Schuldzuweisungen und Entschuldigungen. Damit gehen Sie in die Opferrolle – nach dem Motto: Schuld sind immer die anderen – an mir liegt es nicht.
Stellen Sie sich dagegen lösungsorientierte Fragen, wird Ihnen Ihr Gehirn konstruktive Antworten anbieten. Allerdings sollten Sie dann auch bereit sein, Verantwortung zu übernehmen.
Ein Beispiel zum problemorientierten Fragen:
• Warum unterstützt mich mein Partner nie bei der Hausarbeit?
Diese Frage führt Sie in keinster Weise zu einer Lösung. Ihr Gehirn liefert Ihnen damit alle nur möglichen Gründe, warum es nicht so ist, bzw. nicht so geht. Anstatt nach Gründen zu suchen, warum es nicht geht,
könnten Sie sich folgende lösungsorientierte Fragen stellen:
• Wie bringe ich meinem Partner bei, einen Teil der Arbeit zu übernehmen?
• Wie packe ich das am besten an?
• Für welche Bereiche könnte ich ihn noch am ehesten motivieren?
Wie-Fragen sind immer zukunftsorientiert und suchen generell nach Lösungsansätzen.
Machen Sie sich eines ganz klar bewusst!
Sie entscheiden in ihrem Kopf über den Blickwinkel, mit dem Sie die Welt betrachten und über die internen Fragen, die Sie entweder aufbauen oder deprimieren und Stress auslösen. Mit Ihrem ihrem inneren Dialog entscheiden sie über Stress und Burnout. Selbstverständlich wirken äußere Bedingungen auf uns ein – nur – es gibt Tausende von Wahlmöglichkeiten die Situationen des Lebens zu bewerten und damit ohne Stress seine Lebenszeit zu managen.
Aufgabe:
Schreiben Sie bitte mindestens 5 problemorientierte Fragen auf, die Ihnen immer wieder durch den Kopf gehen.
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Formulieren Sie zu jeder dieser problemorientierten Fragen mindestens 2 mögliche lösungsorientierte Fragen, wie im oben angeführten Beispiel und verändern Sie damit eine Ihrer Stress – Verhaltensmuster:
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Wenn der Höhepunkt der Anspannung erreicht ist, verlieren wir schnell die Kontrolle und reagieren schon auf kleinste Reize sehr emotional. Das hat mit der Synapsenblockade zu tun, die ich schon im Post “Was ist Stress” angesprochen hatte.
Genau dieselben Mechanismen wie vor 10.000 Jahren, laufen auch heute noch in unserem Gehirn ab – nur die Stress-Situationen haben sich drastisch verändert. Heute ist es eben nicht mehr der Bär oder der Tiger, der in uns den Stressreflex auslöst, heute sind es die Kollegen, der Chef, der Partner, die Kinder, andere Autofahrer etc.
Da wir aber gelernt haben uns “gesellschaftkonform” zu verhalten, unterdrücken wir das entstehende Reaktionsmuster und halten die Kampf – und Fluchtimpulse zurück – was uns eine Menge Energie kostet.
Wer kann es sich schon erlauben, seinem Chef an die Gurgel zu gehen oder ihm den ganzen Krempel einfach hinzuschmeissen? Neben den ganzen körperlichen Reaktionen entsteht dadurch zusätzlich massiver innerer Druck!
Stuft unser Stamm- oder Reptiliengehirn eine Vielzahl an Situationen des Alltags als gefährlich ein, führt das zu einem dauerhaft erhöhten Blutdruck, erhöhtem Fett- und Zuckergehalt und einer reduzierten Aktivität unseres Immunsystems. Genau diese Punkte sind die bekannten Risikofaktoren für die Arteriosklerose mit der Gefahr eines Herzinfarktes.
Durch den erhöhten Zuckergehalt im Blut wird die Bauchspeicheldrüse vermehrt beansprucht. Wird die Nebenniere über einen längeren Zeitraum ständig über die Hypophyse stimuliert, ist damit auch die Cortisol-Produktion dauerhaft erhöht. Cortisol ist mit eine der Hauptfaktoren für die chronischen Stresserkrankungen, denn die Cortisolausschüttung sorgt für eine dauerhafte Reduzierung der Immunabwehr.
Kommen dann noch weitere Risikofaktoren wie Rauchen, fett- und zuckerreiche Ernährung und Bewegungsmangel hinzu, steigt das Risiko einer koronaren Herzerkrankung nach neuesten Erkenntnissen mit jedem weiteren Faktor nicht linear, sondern zum Quadrat (x²) an.
Zusammenfassung:
Die Gefahr einer Stresserkrankung bis hin zum Burnoutsyndrom besteht immer dann, wenn sich die Stress-Situationen häufen und wir keine Zeit und Möglichkeit haben, die angestaute Energie in unserem Körper durch Sport, Entspannung etc. wieder abzubauen.
Die Stress-Reaktion selbst ist ein natürlicher Vorgang, die über Jahrtausende hinweg unser Überleben gesichert hat. Wirken die sogenannten Stressoren allerdings unablässig auf uns ein und kommt dazu die “Stress-Persönlichkeit”, ist der Weg in das Burnoutsyndrom vorgezeichnet.
Was alles an Stressoren auf uns einwirkt – dazu mehr im nächsten Post…
Foto von © Rolf_van_Melis / PIXELIO.de
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Was ist Stress?
Viele von uns benutzen den Begriff “Stress” – wir kennen Stress bei der Arbeit, Stress im privaten Umfeld mit dem Partner und den Kindern.
Aber was genau Stress ist und welche Möglichkeiten wir haben, dagegen anzugehen, da sind die meisten Menschen überfragt und überfordert.
Stress ist ein Reflex – ein sogenanntes Reiz-Reaktionsmuster und entsteht in unserem entwicklungsgeschichtlich ältesten Gehirnteil dem Stammhirn, das auch als “Reptiliengehirn” bezeichnet wird. Der Stress-Reflex hat uns schon zu allen Zeiten das Überleben gesichert. Über diesen Stressreflex läuft auch die sogenannte Flucht oder Kampf-Reaktion ab. Je nachdem, wie unser Unterbewußtsein eine – vor allen Dingen neue – Situation einschätzt, wird reflexartig die Entscheidung getroffen, entweder zu kämpfen oder zu fliehen.
Wenn zum Beispiel vor unseren Ur-Ahnen plötzlich ein Bär auftauchte, war es überlebensnotwendig blitzschnell zu reagieren. Stellen Sie sich vor, die wären damals vor diesen Bären hingestanden, hätten ihre Keule kurz zur Seite gelegt und dann in aller Seelenruhe darüber nachgedacht, was in diesem Moment wohl die sinnvollste Reaktion sein könnte. Der Bär hätte Sie einmal kurz “zärtlich umarmt” und das wäre es dann wohl gewesen.
Um diese Möglichkeit des logischen Denkens auszuschalten, reagiert unser Gehirn über den Reflex im Reptiliengehirn mit einer sogenannten Synapsenblockade. Dabei wird über einen chemischen Prozess die Weiterleitung in den Nervenzellen – und damit das logische Denken blockiert, so dass wir nur noch mit Flucht oder Kampf reagieren können.
Das Fatale daran ist, dass unser Gehirn oft nicht in der Lage ist, zwischen einer wirklich gefährlichen Reaktion und einer harmlosen Situation zu unterscheiden. Und je mehr wir unter Druck stehen oder überarbeitet sind, umso mehr stuft das Gehirn auch relativ harmlose Situationen – die normalerweise keinerlei Stress-Reaktionen auslösen würden – als Stress mit allen physischen und psychischen Folgen ein.
Wenn ich hier von physischen Folgen spreche, dann deshalb, weil die Stress-Reaktion auch eine Vielzahl an körperlichen Veränderungen hervorruft.
Über die körperlichen Reaktionen bei Stress mehr im nächsten Post…