Der Vergangenheit – der Gegenwart – und der Zukunft!
Je nachdem, mit was wir uns gerade beschäftigen, haben wir das Gefühl, die Zeit vergeht wie im Flug oder sie zieht sich quälend langsam dahin.
Wenn uns etwas brennend interessiert, verfliegt die Zeit regelrecht, müssen wir uns dagegen mit etwas beschäftigen, dass uns unangenehm ist, dauert es scheinbar ewig.
Auch das Alter spielt eine entscheidende Rolle bei der Zeitwahrnehmung. Kinder haben ganz selten das Gefühl zu wenig Zeit zu haben – sie verlieren sich im Spiel und glauben dann alle Zeit der Welt zu haben.
Je älter wir jedoch werden, umso mehr wird uns bewusst, dass uns immer weniger Zeit zur Verfügung steht. Als Konsequenz packen wir immer noch mehr in die zur Verfügung stehende Zeit – und unterliegen dem Trugschluss, diese damit so effizient wie möglich zu nutzen.
Je mehr wir allerdings in diesen Zeitrahmen hineinpacken, umso mehr haben wir wieder das Gefühl, zu wenig Zeit zu haben.
Wenn Sie das Gefühl von “Zeit haben” genießen wollen, dann empfehle ich Ihnen, ganz gezielt weniger in die zur Verfügung stehende Zeit packen, umso zumindest subjektiv “mehr Zeit” zu haben und damit dem Zeitdruck zu entgehen.
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Wie gehen Sie mit ihrer Zeit um?Es gibt eine Form von Totschlag, die nicht nur legal, sondern leider auch weit verbreitet ist. Fast jeder von uns dürfte sich dessen schon schuldig gemacht haben!
Was da totgeschlagen wird?
Wir benutzen das ja nicht nur in unserem Sprachgebrauch so, sondern tatsächlich wird Zeit oftmals (r)umgebracht: Durch sinnlose Tätigkeiten, nutzloses Warten und durch Zeitvertreib, der uns keine wirkliche Befriedigung bringt (auch so eine Formulierung: “Zeit vertreiben“…).
Machen wir uns jedesmal bewusst, auf welche Art wir mit unserer Zeit umgehen?
Ich gebe zu, dass ich inzwischen regelrecht sauer werde, wenn ich merke, dass andere meine Zeit nicht respektieren. Manchmal passiert mir das allerdings auch selbst, indem ich z.B. “sinnlose” Dinge tue, nur um nicht unangenehme Aktionen anpacken zu müssen, die ich noch erledigen muss (wie beispielsweise die Fotos zu sortieren
.
Oft erfahre ich auch Zeitverschwendung (STRESS) im Umgang mit anderen. Stress bedeutet für mich unter anderem:
Wie erleben Sie das?
In diesen Zusammenhang passt ganz gut ein Gedicht von Wilhelm Busch…
Wirklich, er war unentbehrlich!
Überall, wo was geschah
zu dem Wohle der Gemeinde,
war er tätig, war er da.
Schützenfest, Kasinobälle,
Pferderennen, Preisgericht,
Liedertafel, Spritzenprobe,
ohne Ihn, da ging es nicht.
Ohne Ihn war nichts zu machen,
keine Stunde hatt’ er frei.
Gestern als sie Ihn begruben,
war er richtig auch dabei.
Wilhelm Busch (1832 – 1908)
Warum fällt es uns so schwer aus unseren Stressmustern auszusteigen? Woran liegt es, dass wir in die Burnout-Falle tappen, obwohl wir doch höchst intelligente Wesen sind?
Je mehr Sie von Ihrer Persönlichkeitsstruktur her verstehen, was Ihr Handeln auslöst, umso besser können Sie Ihr Verhalten steuern und damit Ihre Lebensumstände kontrollieren.
Die Ausgangsfrage ist: Warum verhalten wir uns besonders in Stress-Situationen genauso und nicht anders?
Die Antwort liegt in unseren inneren Motiven, in dem was wir gelernt haben, das, was uns unsere Eltern, unsere Umwelt vermittelt haben.
Folgende Motive kommen dabei vorrangig zum Tragen:
In diesem Post geht es um die ersten 4 Grundbedürfnisse.
Anpassung
Ein Großteil der Menschen orientiert sich an dem, was andere machen. Weil “man” es halt eben so macht, bzw. schon immer so gemacht hat. Das zu tun, was andere tun, ohne es kritisch zu hinterfragen, kann äußerst problematisch werden.
Fragen Sie sich:
Pflichtbewusstsein
Das Motiv Pflichtbewusstsein hängt eng mit dem Motiv “Anpassung” zusammen. Weil wir es jedem oder möglichst vielen Menschen recht machen wollen, vernachlässigen wir teilweise bis zur Selbstaufgabe unsere ureigensten Bedürfnisse.
Fragen Sie sich:
Gewohnheiten
Viele unserer Verhaltensweisen entstehen aus dem Grundbedürfnis, den möglichst bequemen Weg, den Weg des geringsten Widerstandes zu gehen. Gewohnheiten geben uns auf eine gewisse Weise Stressfreiheit und Sicherheit, dadurch, dass wir wissen, wie die Umwelt auf unsere “Gewohnheiten” reagiert.
Wenn wir uns in unseren Gewohnheiten aufhalten, bedeutet das auch, dass wir uns nicht aus unserer Komfortzone heraus bewegen, sondern die Dinge so machen, wir wir sie immer gemacht haben. Eben den Weg des geringsten Widerstandes zu gehen. Wenn wir das tun, was wir schon immer getan haben, werden wir kaum neue Erfahrungen machen und damit dort stehen bleiben, wo wir schon immer standen.
Fragen Sie sich:
Das Vermeiden negativer Konsequenzen
Wir Menschen haben zwei Grundmotivatoren. Einmal die Motivation, dorthin zu gelangen wo wir Lust empfinden und zum anderen uns von allem zu entfernen, was uns Frust und Unlust bereitet. Dieses Grundprinzip Lust zu gewinnen und Frust zu vermeiden, also einer Bestrafung oder negativen Konsequenzen zu entgehen, gilt grundsätzlich für alle Menschen. Worin wir uns unterscheiden, ist das was jeder Einzelne als Frust bzw. Lust definiert. Wie viele Menschen würden morgens ausschlafen, wenn Ihnen nicht beim Klingeln des Weckers schlagartig die negativen Konsequenzen des Ausschlafens bewusst würden.
Fragen Sie sich:
Im nächsten Post sehen wir uns die restlichen Motive Gewinnstreben, Sicherheit und Macht genauer an…
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Zeitdruck setzen
ganz viele Menschen mit Stress gleich. Wie hängen jetzt Stress und Zeit zusammen. Eigentlich ist doch alles ganz einfach: Zeit ist das, was man auf der Uhr ablesen kann. Oder? Nicht wirklich! Obwohl Zeit unser Leben bestimmt, ist kaum etwas so schwer zu erfassen, wie die Zeit.
Wir haben Sinnesorgane, um die Farben, den Geschmack, den Geruch oder die Temperatur in unserer Umwelt wahrzunehmen. Wofür wir keine Sensoren besitzen, ist die Zeit. Unser Gehirn misst Zeit anhand von Ereignissen und Bewegungen. Je mehr passiert, je schneller wir uns bewegen, desto schnelllebiger gestaltet sich die Zeit, desto mehr haben wir das Gefühl, die Zeit zerrinnt uns regelrecht zwischen den Fingern.
Die Frage ist jetzt: Wie hilft uns dieses Wissen in unserem ganz persönlichen Umgang mit der Zeit? Ganz einfach: Wir haben es selbst in der Hand, Zeit intensiv zu nutzen und sie so in unserer subjektiven Empfindung zu vermehren.
Zeit-Normen durchbrechen!
Nehmen Sie sich ein Beispiel an den Einwohnern von Madagaskar. Sie lassen sich nicht von Zeit-Normen beherrschen. Deshalb haben sie Wörter wie “Gleich” oder “Sofort” aus ihrem Wortschatz gestrichen. Wenn etwas nicht allzu lange warten darf, dann sagt man dort: “Es sollte nicht länger dauern, als eine Heuschrecke zu braten”!
Im Amazonasgebiet gibt es einen Indianerstamm, die keine Begriffe haben für “Zukunft und Vergangenheit”. Damit leben diese Menschen ohne Stress und Zeitdruck nur in der Gegenwart und haben das Gefühl unendlich viel Zeit zu haben.
Zeit verschwenden!
Unsere modernen Fortbewegungs- und Kommunikationsmittel sind extrem zukunftsorientiert und trimmen uns auf Tempo. Nichts kann schnell genug gehen oder erledigt werden. Deshalb verwenden wir ja auch so häufig Formulierungen wie: “Das mache ich noch schnell” oder “wird sofort erledigt”…u. ä.
Wenn wir wieder mehr Gefühl für unsere wertvolle Zeit bekommen wollen, um damit Stress abzubauen und dem Burnoutsyndrom vorzubeugen, sollten wir ganz gezielt Zeiten einbauen, in denen wir bewusst verlangsamen, uns auf die Gegenwart fokussieren – und das wahrnehmen und genießen was gerade ist.
Mein Tipp:
Schalten Sie immer wieder mal um auf Schneckentempo. Dösen Sie träge auf einer Parkbank vor sich hin oder spazieren Sie einfach ziellos durch Ihre Stadt. Setzen Sie sich in ein Cafe und konzentrieren Sie sich auf die Dinge, die im Moment um Sie herum gerade passieren. Genießen Sie in diesen Momenten das gute Gefühl, ganz viel Zeit für sich selbst zu haben. Aus eigener Erfahrung kann ich Ihnen allerdings sagen, dass das nur funktioniert, wenn Sie sich solche “Auszeiten” auch als fixe Termine für sich reservieren.
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In Ihrem Beruf haben Sie mehrere Hüte zugleich auf. Da gibt es zum Beispiel den Verkaufsleiter, die Führungskraft, den strategischen Vordenker, den Mitarbeiter, Referenten oder Arbeitskreismitglied. Und auch im Privatleben tragen Sie mehrere Hüte, etwa als Ehemann/-frau, Partner/in, Vater/Mutter, Freund/in, Vereinsmitglied, Hobby-Koch, Vermieter, Nachbar oder Nachhilfelehrer.
Sicher fallen Ihnen ganz spontan jede Menge Hüte ein, die Sie beruflich und privat tragen. Und sicher ist Ihnen längst etwas Entscheidendes aufgefallen: Der Hauptgrund, warum viele mit ihrer Zeit Schwierigkeiten und damit Stress haben und mit überhöhter Drehzahl durchs Leben jagen, liegt darin, dass sie auf zu vielen Hochzeiten tanzen und sich mit zu vielen Dingen auf einmal beschäftigen. Denn: Zeit- und Stressprobleme entstehen immer dann, wenn wir zu viele Hüte oder Rollen gleichzeitig ausfüllen wollen.
Manche unserer Rollen haben wir uns selbst ausgesucht, viele wurden uns von anderen aufgebürdet und einige Rollen müssen wir einfach ausfüllen. Doch können wir tatsächlich all diesen Rollen gerecht werden? Um mehr Lebensqualität zu erlangen, ist es nötig, unser Engagement in bestimmten Bereichen zu reduzieren und die eine oder andere Rolle ganz bewusst abzulegen.
Also: Reduzieren Sie Ihre (Neben-)Rollen!
Zugegeben, das ist gar nicht so leicht, doch es gibt keine Alternative: Sie können sich nicht um alles kümmern, und Sie müssen auch nicht Hansdampf in allen Gassen sein, erst recht nicht, wenn Sie ohnehin immer zu wenig Zeit und zuviel Stress haben!
Ihre persönlichen Lebenshüte und Lebensrollen:
Denken Sie einmal nach, wie viele Hüte Sie ganz persönlich tragen, wie viele Rollen Sie ausfüllen. Welche dieser Rollen und Hüte sind wirklich wichtig für Sie? Es hilft nichts, Sie müssen Ihre Lebenshüte reduzieren auf maximal sieben. Mehr ist einfach nicht machbar.
Im Zweifelsfall sollten Sie sich fragen:
Natürlich gibt es Hüte und Rollen, die wir auf gar keinen Fall ablegen können und sollen:
Diese automatischen´ Hüte stehen nicht zur Disposition. Doch jeder von uns füllt viele Rollen aus, auf die er gut und gerne verzichten könnte. So übernehmen viele Menschen Rollen, die Ihnen nicht den geringsten Spaß machen, einfach nur aus Pflichtbewusstsein. Genau diese ungeliebten, völlig unwichtigen Neben-Rollen, gilt es konsequent zu reduzieren.
Also: Packen Sie es an und denken Sie immer daran:
Weniger ist manchmal einfach mehr für mehr Zeit, mehr Lebensqualität und weniger Stressbelastung!
Foto: Istockphoto
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Immer unter Strom – oder die verkörperte Hektik!
Kennen Sie den Begriff des „homo agitans“?
Er bedeutet ständig und ohne Pause aktiv zu sein und zeigt die mangelnde Fähigkeit, abzuschalten und den Schalter auf die unbedingt notwendige Entspannung umzulegen.
Irgendwann gewöhnt sich der Körper an den fehlenden Wechsel von Anspannung und Entspannung. Tritt dann plötzlich eine Ruhephase ein (Wochenende, Urlaub etc.), bedeutet das für den Organismus Stress und es kommt zur sogenannten Freizeiterkrankung – im englischen Sprachbereich als „leisure sickness“ benannt. Sie fühlen sich müde, antriebslos und zeigen manchmal sogar die verschiedensten Krankheitssymptome.
Von Seneca stammt der Spruch:
„Der Handelnde muss ruhen, der Ruhende muss handeln“
In diesem Sinne:
Sorgen Sie dafür, dass Sie die Balance schaffen zwischen Ihrem ureigensten Bedürfnis nach Entspannung und Ruhe und den an Sie gestellten äußeren Anforderungen. Dazu gehört auch, dass Sie lernen, bei unberechtigten Forderungen klar und deutlich NEIN zu sagen.
Entdecken Sie wieder die Langsamkeit in Ihrem Leben. Steigen Sie aus der ständigen gehetzten Aktivität aus und finden Sie wieder mehr Zeit für innere Ruhe und Gelassenheit.
Wer Zeit haben will, muss Ballast abwerfen – genauso wie ein Ballon, der aufsteigen will.
Gute Anregungen zu diesem Thema bietet ein Buch von Stefan Klein: Zeit – der Stoff aus dem das Leben ist